90 Jahre Sportgemeinschaft Tairnbach, ein Ausflug in die Vereinsgeschichte

90 Jahre ist die Sportgemeinschaft in diesem Jahr alt geworden.

Dies ein Punkt, an dem wir mit Stolz über das Geleistet auf unsere Vereinsgeschichte zurückblicken dürfen. Es waren sportbegeisterte, die im Jahre 1927 mit dem 1. Vorsitzenden Friedrich Benz den Fußballverein „Frankonia Tairnbach „ gründeten. Die Fußballspiele trug man zunächst im „Brechloch“, beim heutigen Grundschulparkplatz aus. 1928 mit Aufnahme des Spielbetriebes in der B-Klasse spielte man dann in Balzfeld. Danach wurde eine Wiese am Ortsausgang Richtung Mühlhausen gepachtet. Doch die Zeiten während der Weltwirtschaftskrise waren in ganz Deutschland hart und kärglich. So stellte der Verein 1931 den Spielbetrieb ein, da man nicht mal das Geld für die Pacht aufbringen konnte. 1936 änderte man den Vereinsnamen in „Rad- und Sportverein“, unter gleichzeitiger Gründung einer Fußballabteilung. Gespielt wurde nun wieder in Balzfeld in der B-Klasse, Kreis Heidelberg. 1937 folgte schließlich die Gründung einer Turnabteilung. Doch dann breitet sich der unselige Dunst des 2. Weltkrieges aus und legte praktisch die gesamt Vereinstätigkeit lahm. Erst 1946 am 16. Juni wurde der Verein wieder im Gasthaus „ Zum Löwen“ ins Leben gerufen. Und sogleich rückte auch die ungelöste Sportplatzfrage in den Brennpunkt des Interesses. Da wurde der Gedanke für den heutigen Platz am Katzenwald geboren, der in einer gewaltigen Gemeinschaftsleistung der Vereinsmitglieder in Handarbeit erstellt und dann am 21. August 1949 vom 1. Vorsitzenden Ernst Bender eingeweiht wurde. Wohl beflügelt vom neuen Sportplatz gelang 1951 der Aufstieg in die A-Klasse. Am 9. Juni 1953 kam die Geburtsstunde unseres heutigen Vereinsnamens. Um nach außen sichtbar zu dokumentieren, dass der Verein auch für andere Sportarten offen ist, wurde der Name „Sportgemeinschaft Tairnbach 1927 e.V.“ gewählt. Der neue Name half indes der Fußballmannschaft nicht. Sie musste im Jahre 1954 für eine Dauer von fast 30 Jahre in die B-Klasse absteigen. Trotzdem wurde bereits 1957 wieder über die Vergrößerung des Sportplatzes diskutiert. Diesmal konnte mit Hilfe von Großraumgeräten der amerikanischen Pioniereinheit 

535 in Mannheim der Platz planiert und vergrößert werden. An Pfingsten 1958 erfolgte die Einweihung. Inzwischen arbeitet der 1. Vorsitzende unser langjährige Ehrenvorsitzender Walter Wolf und der damalige Bürgermeister Wilhelm Fuchs an der Verwirklichung einer Sporthalle. Durch die Vermittlung des Schulleiters Karl Amend konnte für die Erdbewegungen wieder eine amerikanische Pioniereinheit gewonnen werden, die Geräte und Fahrer kostenlos zur Verfügung stellten. Nachdem der Platz bereitet war, wurde in nur einem Jahr die Sporthalle errichtet und am Pfingstsonntag 1959 eingeweiht. Von 5500 Arbeitsstunden wurden 3345 in Eigenarbeit von den Mitgliedern erbracht. 1961 wurde im Sportplatz eine Entwässerung angelegt, indem ca. 1000 Tonrohre über den Platz in Riesel gelegt und anschließend überdeckt wurden. Gerade 10 Jahre nach seiner Einweihung wurde im 1. Hallenumbau ab 1969 mit einem erneuten Kraftakt in viel Eigenarbeit die Sporthalle an das Wasser- und Abwassernetz angeschlossen sowie mit Zentralheizung, WC und Dusche versehen. Gleichzeitig baute man auf die ehemalige Terrasse vor der Sporthalle eine Gastwirtschaft. Doch neben den ständigen baulichen Innovationen bot der Verein auch Raum für neue kulturelle und sportliche Betätigungsfelder. So wurde 1959 mit dem Theaterstück „Der Meineidbauer“ die lange Tradition des Laienschauspiels in Tairnbach begonnen. 1970 gründete Renate Benz und Gerda Uhrich, eine Damenfußballmannschaft, die leider 1972 wieder aufgelöst wurde. Im August 1971 wurde auf Initiative von Otto Filsinger eine Tischtennisabteilung geründet. Im November 1972 gründete abermals Renate Benz nun die erste Gymnastikabteilung, aus der die heutige Turnabteilung hervorging. 1976 galt es abermals den Sportplatz zu sanieren und 1977 wurde wieder in einer großen Gemeinschaftsaktion die Sporthalle um 6 Meter verlängert und bergseits ein 3-Meter breiter Anbau über die gesamte Länge der Halle erstellt.1981 wurde bei der SG wieder Fasching mit einer Prunksitzung gefeiert. Im gleichen Jahr erfuhr die Sportanlage eine großartige Bereicherung. Am 19. August wurde von der Gesamtgemeinde durch Bürgermeister Richard Schneider der neue Rasenplatz an die Sportgemeinschaft übergeben. Und als ob die Aktiven es ihren Vorgängern aus den fünfziger Jahren nachmachen wollten, marschierten die Tairnbacher 1982 auf dem neuen Platz direkt auf die Meisterschaft zu. Dem folgte bereits 2 Jahre später der Aufstieg in die Bezirksliga. Doch der Höhenflug währte nicht lange. Als einige Spieler aufhörten oder den Verein verließen, stieg die geschwächte Mannschaft wieder bis in die B-Klasse ab. 

Mittlerweile hatte sich die Turnabteilung durch neue sportliche Angebote sehr stark vergrößert. Da auch die Tischtennisabteilung mehrere Mannschaften stellte und durch die Wiedereröffnung der Grundschule in Tairnbach die Sporthalle auch für den Schulsport benutzt wurde, machte man sich 1992 unter der Leitung von Wolfgang Maier daran die sanierungsbedürftige Halle wieder zu vergrößern und zu erneuern. Doch dieser Umbau übertraf alle bisher dagewesen Maßnahmen. In über 8000 freiwilligen Arbeitsstunden brachten sich die Vereinsmitglieder teilweise mit ihrem Urlaub in den Hallenumbau ein. Spitzenreiter war Norbert Wolf mit 887 geleistet Einsatzstunden. Bürgermeister Karl Klein bescheinigte dem 1. Vorsitzenden Wolfgang Maier eine „souveräne und selbstlose“ Bauleitung und Ortsvorsteher Roland Benz konnte ihm für seine engagierte Arbeit im Ehrenamt die Landesehrennadel überreichen. Nur 7 Jahre später wurde wieder in Eigenarbeit unter der Leitung von Wolfgang Maier die Generalsanierung des Hartplatzes angegangen. Im Jahre 2002 ergänzte man die Sporthalle um einen Lagerraum für Tische und Stühle und verputze Nord- und Westseite der Halle. Gleichzeitig errichtete die Volleyballabteilung in Eigenleistung ihre „Beachvolleyballanlage“ beim Rasenplatz. So wurde die 75 Jahrfeier zu einem großen gelungenen Fest im neuen Rahmen. 2005 wurde schließlich die Sporthalle fertig verputzt. Der krönende Abschluss im sportlichen Bereich war im Jahre 2006 nach fast 20 Jahren der Wiederaufstieg der SG in die A-Klasse, welche 5 Jahre lang gehalten werden konnte. Danach folgte nach einem Jahr Spielgemeinschaft mit der SG Dielheim der Abstieg in die C-Klasse. Im Jahre 2007 konnte der langgehegte Wunsch nach einer Überdachung am Rasenplatz und einem neuen Verkaufsraum verwirklicht werden. 2009 begann man erfolgreich mit der Umsetzung von Energiesparmaßnahmen, da die Heizkosten fast 10 T€ erreicht hatten. 2013 kamen erste Überlegungen auf, den Rasenplatz mit einer Flutlichtanlage auszustatten oder den Hartplatz zu einem Kunstrasenplatz umzubauen. Diese Überlegungen mündeten letztlich in der Umgestaltung des alten Tennenplatzes in einen Naturrasen im Jahre 2016.

Ein Jahr zuvor wurde die Vereinsführung neu organisiert. Statt eines 1.,2. und 3. Vorsitzenden führte nun ein Vorstandsteam den Verein. Im Jubiläumsjahr feiert man gleichzeitig den 10. Sommerlauf der seit 2008 von Johannes Bechtold und seinem Team organisiert und in das jährliche Sommerfest integriert wurde. 

Der kleine Ausflug in die Vereinsgeschichte zeigt aber nur einen groben Überblick der vielfältigen Aktivitäten. Nur wenige Namen großer Idealisten und Ideengeber wurden genannt. Aber unbestritten wären diese Leistungen auch nicht möglich gewesen ohne die große Anzahl der namentlich nicht genannten, die alle ihren Beitrag zu dieser großartigen Entwicklung beigesteuert haben. Gerade dies hat den Verein so wertvoll gemacht hat, die Bereitschaft vieler, sich in selbstloser Weise immer wieder mit einzubringen. Die aktive Mithilfe an Baumaßnahmen und bei Vereinsfesten, getragen vom Gedanken der Gemeinschaft. Und auch die Zukunft bleibt spannend. Im Spannungsfeld einer sich verändernden Gesellschaft muss sich der Verein stets neu bewähren. Die demographische Entwicklung, eine zunehmende Individualisierung, neue Freizeitangebote, die digitale Welt bringen neue Herausforderungen, denen es sich zu stellen gilt. Doch wir sind sicher, dass sich auch wieder eine neue Generation jüngerer Verantwortlicher finden wird, die dem Verein neue Impulse setzen und ihn weiter voran bringen.

 

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